Epithalon

Präklinisch

Auch bekannt als: Epitalon, Ala-Glu-Asp-Gly, Epithalone

Epithalon ist ein synthetisches Tetrapeptid (Ala-Glu-Asp-Gly), das den natürlichen Zirbeldrüsen-Extrakt Epithalamin nachahmt. Entwickelt von Professor Vladimir Khavinson am St. Petersburg Institute of Bioregulation and Gerontology. Der primäre Wirkmechanismus ist die Aktivierung der Telomerase (hTERT), zusätzlich stimuliert es die Melatonin-Produktion der Zirbeldrüse.

Epithalon – Wissenschaftliche Illustration

KATEGORIE

Anti-Aging & Longevity

HALBWERTSZEIT

Nicht exakt bestimmt (kurze Peptide: geschaetzt Minuten)

VERABREICHUNG

Subkutan

EVIDENZ

Niedrig

ANWENDUNGSDAUER

10-20 Tage Zyklen, 2-3x pro Jahr

Nur Tier- und Laborstudien. Keine kontrollierten Humanstudien abgeschlossen.
Erste Sicherheitsstudien am Menschen. Kleine Gruppen (20-80 Probanden).
Wirksamkeits- und Dosisfindungsstudien. Mittlere Gruppen (100-300 Probanden).
Groß angelegte Wirksamkeitsstudien. Tausende Probanden, Vergleich mit Placebo.
Von der FDA als sicher und wirksam eingestuft. Verschreibungspflichtiges Medikament.

Aktueller Status: Präklinisch

Umfangreiche präklinische Forschung, primär durch russische Forschergruppen (Prof. Khavinson, St. Petersburg). Einige Humanstudien zu Melatonin-Normalisierung. Keine FDA-Zulassung, keine Phase-III-Studien nach westlichem Standard.

Beliebt für

Anti-AgingSchlafImmunsystem

Wirkmechanismus

Epithalon (Ala-Glu-Asp-Gly) hat einen multimodalen Wirkmechanismus. Das Tetrapeptid interagiert mit den Promotor-Regionen des Telomerase-Gens (hTERT) und steigert dessen Transkription. Die aktivierte Telomerase verlängert die Telomere, die schützenden Kappen an den Chromosomenenden, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen. Parallel stimuliert Epithalon die Melatonin-Synthese in der Zirbeldrüse und schützt das Pinealgewebe vor altersbedingter Degeneration, was zur Normalisierung des zirkadianen Rhythmus beiträgt. In Tiermodellen zeigt es zudem antioxidative Eigenschaften durch Steigerung der Aktivität von SOD, Katalase und Glutathionperoxidase. Epigenetische Effekte auf die Genexpression, die Alters-assoziierte Muster in Richtung eines jüngeren Profils verschieben, wurden in Maus-Microarray-Studien dokumentiert.

Dosierung

Standard-Zyklus

Dosis

5-10 mg täglich

Frequenz

1x täglich

Verabreichung

Subkutane Injektion

Zyklus: 10-20 Tage, 2-3x pro Jahr

Zyklische Anwendung nach Khavinson-Protokoll. Abendgabe empfohlen (Melatonin-Synergie).

Timing & Einnahme

Beste Einnahmezeit

Abends

Mahlzeiten

Keine spezifische Einschränkung

Warum dieses Timing?

Die Melatonin-stimulierende Wirkung von Epithalon wirkt synergistisch mit der natürlichen abendlichen Melatonin-Produktion.

Mögliche Nebenwirkungen

Nicht jeder erlebt diese Effekte. Individuelle Reaktionen variieren.

Injektionsstellenreaktionen (mild)gelegentlich
Leichte Kopfschmerzen (transient)selten
Veränderte Schlafmuster (initial)selten

Studienlage (6 Studien)

Über 30 Jahre Forschung primär durch Khavinson und Kollegen. In-vitro-Studien zeigen hTERT-Aktivierung und Telomerverlängerung in humanen Zellen. Tierstudien an Mäusen demonstrieren erhöhte durchschnittliche und maximale Lebensspanne sowie Reduktion chromosomaler Aberrationen. Primatenstudien zeigen Normalisierung des nächtlichen Melatonin-Rhythmus und Verbesserung der Glukosetoleranz. Humanstudien beschränken sich auf kleine russische Studien zur Melatonin-Normalisierung bei älteren Personen. Große westliche klinische Studien fehlen gaenzlich.

Epithalon-Peptid und Telomerase-Aktivierung in humanen Zellen

Khavinson VK et al. · Bulletin of Experimental Biology and Medicine · 2003

In-vitro-Studie: Epithalon aktiviert die Telomerase und induziert Telomerverlängerung in humanen somatischen Zellen. hTERT-mRNA-Expression signifikant erhöht gegenüber Kontrolle.

Epitalon und Alterung: Effekte auf Lebensspanne und Tumorgenese bei Mäusen

Anisimov VN et al. · Experimental Gerontology · 2003

Langzeitstudie an Mäusen: Epithalon verlängerte die durchschnittliche Lebensspanne signifikant und reduzierte die Inzidenz spontaner Tumoren und chromosomaler Aberrationen.

Epithalon und Telomerlänge: Aktuelle Evidenz

Al-Dulaimi AA et al. · International Journal of Molecular Sciences · 2025

Aktuelle Review zur Epithalon-Forschung: Bestaetigung der Telomerase-Aktivierung, epigenetisches Remodeling und Melatonin-Stimulation. Diskussion der Limitationen der bisherigen Evidenz.

Pineal-Peptide stellen altersbedingte Hormonstörungen bei Primaten wieder her

Goncharova ND et al. · Experimental Gerontology · 2005

Primatenstudie an Rhesusaffen: Epitalon erhöhte den nächtlichen Melatonin-Spiegel, senkte Nüchtern-Glukose und -Insulin und normalisierte die Glukosetoleranz bei alten Tieren. Kein Effekt bei jungen Affen.

Regulierende Wirkung von Zirbeldrüsen-Peptiden auf T-Lymphozyten in alternden Mäusen

Labunets IF et al. · Advances in Gerontology · 2003

18-monatige Epithalamin-Gabe bei alten CBA-Mäusen: Verbesserte T-Zell-Differenzierung, erhöhte CD3+/CD4+-Zellen im Thymus, normalisierte Hypothalamus-Amine und erhöhte Melatonin- und Testosteron-Spiegel.

Normalisierung des Melatonin-Rhythmus bei alten Affen und älteren Menschen

Korkushko OV et al. · Advances in Gerontology · 2007

Studie an alten Affen und älteren Menschen: Epithalamin und Epitalon stellten die nächtliche Melatonin-Freisetzung wieder her und normalisierten den zirkadianen Rhythmus. Bei Menschen modulierten sie die Zirbeldrüse spezifisch bei funktioneller Insuffizienz.

Detailwissen

Häufige Fragen

Quellenverzeichnis

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